Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Ausbildungsreform für Pflegeberufe endlich in trockenen Tüchern

22. Juni 2017 - 15:39

Der Bundestag hat heute die Reform der Pflegeberufe beschlossen. Ab 2020 werden die bislang getrennten Ausbildungen in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie der Altenpflege zusammengelegt und bundeseinheitlich über einen Fonds finanziert.

„Mit dem Pflegeberufereformgesetz kommt die längst überfällige Neuausrichtung der Pflegeberufe“, erklärt dazu die SPD-Bundestagabgeordnete Bettina Müller, die als Fachberichterstatterin der SPD das Gesetzgebungsverfahren begleitet hat. Die Reform sei notwendig, weil die Pflege in Krankenhäusern und in Altenheimen immer mehr zusammenwachse. Müller: „Wir stellen  die Berufsausbildung daher breiter auf und halten den Pflegeberuf attraktiv.“ Durch die Abschaffung des Schulgeldes in der Altenpflege werde die Ausbildung außerdem für alle endlich kostenfrei. Zudem werde eine akademische Ausbildungsvariante eingeführt.

Das Gesetz bilde den berufsrechtlichen Abschluss zahlreicher Gesetzesinitiativen, mit denen die Koalition in dieser Wahlperiode weitreichende Verbesserungen für Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und Pflegekräfte auf den Weg gebracht hat, betont die Gesundheitspolitikerin weiter.

Besonders wichtig sei ihr, dass die generalistische Pflegeausbildung bundesweit als Regelausbildung eingeführt werde, so Müller. Für eine Übergangszeit werde es in der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege - als Wahloption und als Ausnahme - eine spezialisierte Ausbildung im dritten Ausbildungsjahr geben. Hier sei man Kritikern der Reform entgegengekommen. Die ersten beiden Ausbildungsjahre seien aber für alle Auszubildenden generalistisch ausgerichtet. „Ich gehe aber davon aus, dass sich die Auszubildenden überwiegend für die generalistische Variante entscheiden werden, die ihnen den Einsatz in allen Arbeitsbereiche der Pflege ermöglicht“ erklärt die Abgeordnete.

Durch die Wahloption zur Spezialisierung, die langen Übergangs- und Bestandsschutzfristen sowie durch den Start der neuen Ausbildung im Jahr 2020 hätten Pflegeschulen und Ausbildungsträger ausreichend Zeit, sich auf die Änderungen einzustellen. Das Gesetz sehe außerdem zahlreiche Hilfen zur Umstellung vor. Bettina Müller: „Alle Akteure der Pflegeausbildung sind jetzt aufgerufen, sich konstruktiv an der Umsetzung der Reform zu beteiligen.“

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