Bettina Müller

SPD-Bundestagsabgeordnete. Main-Kinzig. Wetterau. Schotten.

Fokus: Sterben

Themenseite der Bundestagsabgeordneten Bettina Müller

Hospiz- und Palliativversorgung

Die große Koalition setzt sich für ein Leben in Würde bis zuletzt ein. Sterben darf nicht im Verborgenen, ausgelagert in Institutionen, stattfinden, sondern ist Teil des Lebens. Die Gesellschaft muss sich an ihrem Verhalten gegenüber den hilfsbedürftigsten und schwächsten Mitgliedern messen lassen. Sterbenskranken Menschen beizustehen, ihre Leiden zu lindern und sie zu trösten, ist eine Aufgabe, die politisch unterstützen muss. Im Koalitionsvertrag ist deshalb festgehalten die Hospize und die palliativmedizinische Versorgung weiter ausbauen.

Hierfür braucht es einen breiten gesellschaftlichen Diskurs zum Thema Hospiz- und Palliativversorgung. Bettina Müller, die zuständige Berichterstatterin der SPD-Fraktion im Bundestag will hierzu, durch Kontakt mit den Bürgern ihres Wahlkreises, Rückmeldungen aus der Gesellschaft sammeln. 

Die Mappe für den Ernstfall!

Man hofft, dass man sie nie braucht. Dennoch ist es gut, wenn sie da ist: die Notfallmappe. Sie anzulegen ist eine gute Vorsorgemaßnahme für eventuelle Notfälle. Neben Angaben zur Person finden sich dort Vordrucke für Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.

Sie enthält aber auch wichtige Hinweise für die Angehörigen, auch im Falle Ihres Todes. Welche Vereine sind zu kündigen? Welche Bankkonten existieren? Gibt es einen Organspendeausweis oder muss sonst irgendetwas beachtet werden?

Die Landesseniorenvertretung Hessen hat zusammen mit dem Hessischen Sozialministerium eine sehr gute Notfallmappe herausgeben. Sie können Sie entweder hier herunterladen oder unter folgendem Kontakt bestellen:

Bestellungen der Notfallmappe in gedruckter Form:
Landesseniorenvertretung Hessen e. V.
Feuerbachstr. 33
65195 Wiesbaden
Fax: 06 11 - 9 88 71 24
E-Mail: lsvhessen@t-online.de

Download Notfallmappe als pdf

Der eigene Wille: die Patientenverfügung

Wer nicht möchte, dass im Ernstfall andere über die eigene medizinische Behandlung entscheiden, sollte eine Patientenverfügung haben. Sie verfügt schriftlich im Voraus, welche ob bei konkret beschriebenen Krankheitszuständen bestimmte Maßnahmen gewünscht oder unerwünscht sind. Seit September 2009 ist die Patientenverfügung gesetzlich verankert.

Infobroschüre des Bundesministeriums für Justiz und Verbaucherschutz

Musterpatientenverfügung als Word-Dokument

Im Ernstfall Ihrer Entscheidungsunfähigkeit regelt eine Patientenverfügung im Voraus, wie Sie in bestimmten Situationen behandelt werden möchten und ob und inwieweit sie in eine ärztliche Behandlung oder pflegerische Begleitung einwilligen oder diese ablehnen.

 Auf diese Weise können Sie Einfluss auf eine spätere ärztliche Behandlung nehmen und Ihr Selbstbestimmungsrecht bewahren. Die Patientenverfügung ist in erster Linie an die Ärztin oder den Arzt und das Behandlungsteam gerichtet.

Für eine schriftliche Patientenverfügung sollten Sie sich darüber Gedanken machen, was Ihnen im Zusammenhang mit Krankheit, Leiden und Tod am Herzen liegt und vor wovor Sie Angst haben. Festlegungen in einer Patientenverfügung bedeuten, dass Sie selbst die Verantwortung für die Folgen der Behandlung übernehmen. Durch Ihre Anweisungen können Sie sich unter Umständen gegen ein Weiterleben entscheiden, wenn Sie sich für oder gegen bestimmte Behandlungen entscheiden. Umgekehrt sollte Ihnen auch klar sein, dass Sie durch die Chance des Weiterlebens möglicherweise auf Abhängigkeit und Fremdbestimmung angewiesen sind.

In der Informationsbroschüre des Ministeriums für Justiz und Verbraucherschutz werden Ihnen Hilfestellungen in allen relevanten Fragestellungen zur Patientenverfügung angeboten. Musterpatientenverfügungen, Antworten zur Form, Inhalt und zu weiteren beachtenden Details werden in dieser Broschüre ausführlich dargestellt.

 

Sterbebegleitung

Es ist gut, wenn man nicht alleine sterben muss. Besonders in den letzten Tagen und Stunden ist menschliche Zuwendung besonders wichtig. Begleiter auf dem letzten Weg müssen dabei nicht immer nur Angehörige oder Freunde sein. Auch Ärzte, Pflegepersonen, Seelsorger oder Ehrenamtliche können den sterbenden Menschen begleiten. Priorität für eine Begleiterin oder einen Begleiter hat die Würde des Sterbenden zu erhalten oder gar wieder zurück zu geben. Die Wünsche und Bedürfnisse nach Möglichkeit zu erfüllen ist eine psychische und emotionale Herausforderung! Daher gibt es auch genaugenommen keine „professionellen“ Sterbebegleiter.

Natürlich gibt es Menschen, die emotional nicht in der Lage sind, Sterbende zu begleiten. Das ist nichts Ungewöhnliches. Aber selbst dann gibt es gute Möglichkeiten, Sterbenden Hilfe zukommen zu lassen.

Die Sterbebegleitung versteht man als Unterstützung unheilbar kranker Menschen während ihrer letzten Lebensphase. In stationäre Pflegeeinrichtungen, sogenannte Hospize oder durch eine gesicherte Pflege daheim, kann dem Sterbenden die letzte Zeit so angenehm wie möglich gemacht werden. Durch Spezialteams aus Ärzten und Pflegekräften wird dem Patienten die noch zu lebende Zeit so angenehm wie möglich gemacht. Im Hospiz oder im heimischen Umfeld kann er, möglichst ohne Schmerzen, in Ruhe sterben.

Links:

Essay Sterbebegleitung:

http://flexikon.doccheck.com/de/FlexiEssay:Sterbebegleitung

Pflege-ABC: Sterbebegleitung

http://www.pflege-abc.info/pflege-abc/artikel/sterbebegleitung.html

Planet Wissen: Interview mit einer Sterbebegleiterin

https://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/tod_und_trauer/sterben/sterbebegleiterin.jsp

Planet Wissen: Die fünf Sterbephasen

https://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/tod_und_trauer/sterben/sterbephasen.jsp

Sterbephasen

Mit dem Wort Sterben bezeichnet man den Übergang eines Lebewesens vom Leben in den Tod.

Die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross definierte Fünf Sterbephasen anhand Ihrer „Interviews mit Sterbenden“ („On Death and Dying“, 1969). Ob ein Mensch alle seelischen Phasen durchlebt und in welcher Reihenfolge, ist individuell verschieden.

Die erste Phase: Nichtwahrhabenwollen

Die möglicherweise immer wieder kehrende Phase, in der  der Mensch den bevorstehenden Tod nicht wahr haben will, ihn sogar leugnet und ihn für einen Irrtum hält. Der Mensch versteht nicht, warum gerade er bald sterben muss.

Für die Begleiter ist es wichtig, in dieser Phase bei dem Sterbenden zu bleiben, ihm zuzuhören und ihn nicht alleine zu lassen.

Die zweite Phase: Zorn

In dieser Phase versucht der kranke Mensch seine Wut und Verzweiflung abzubauen und lässt an den Mitmenschen die angestauten Aggressionen verbal ab. Es ist die wohl möglichst schwierige Phase für die Begleiter. Durch die unterschwellige Anwesenheit wird in dieser Phase viel schlechte Stimmung verbreitet.

Der Begleiter muss versuchen, die Gefühle nicht an sich heran kommen zu lassen, darf dabei den Sterbenden aber nicht alleine lassen. Der Selbstschutz steht hier im Vordergrund. Eine Abwendung vom kranken Menschen muss jedoch vermieden werden.

Die dritte Phase: Verhandeln

Der sterbende Mensch hat sich wohl mit seinem Schicksal abgefunden, versucht jedoch noch attraktive Ereignisse in der Zukunft mitzuerleben. An der Taufe des Enkels, der Hochzeit des Sohnes oder an ähnliche Ereignisse will er noch teilhaben und verspricht laut und leise sich zu bessern und ein gesünderes Leben führen zu wollen.

Den Helfenden Menschen sind solche Gelübde natürlich aus dem eigenen Leben bekannt, weshalb sie sich mit Bewertungen und Kommentaren zurückhalten sollten. Außerdem sollte sie mit dem kranken Menschen mitgehen und fühlen, dabei aber nie unrealistische Hoffnungen schüren.

Die vierte Phase: Depression

Der Sterbende versteht, dass der Tod unvermeidlich ist und eine tiefe Depression setzt ein, die ihren Ursprung in wahrgenommen Verlusten und drohenden Verlusten hat. Die Trauer nimmt vom Patienten besitz, auch wenn vielleicht umstehende noch an ein Weiterleben glauben.

Für die Helfenden ist aktives Zuhören sehr wichtig, um mit dem Sterbenden über seine Trauer zu sprechen. Es hilft dem kranken Menschen, seine Laster abzulegen. Diese Phase ist für die Helfenden die vielleicht am nachvollziehbarsten und geht dem Menschen sehr nahe, da man viele Tränen aushalten muss.

Die fünfte Phase: Zustimmung

Nicht jeder  kranke Mensch erreicht diese Phase. Für den Patienten ist der Kampf vorbei und er hat zugestimmt, dass das Leben jetzt zu Ende geht. Er verbringt viel Zeit mit Schweigen und die Gesprächsbereitschaft nimmt in dieser Phase stark ab. Es ist die letzte Ruhe, bevor der Sterbende eine lange Reise antritt.

Die Helfenden sind nur noch als stille Teilhaber gefordert, die einsehen müssen, dass Schweigen die sinnvollste Art der Kommunikation ist. Für den Sterbenden ist es einfacher loszulassen, wenn das Umfeld den Abschied akzeptiert hat.

 

Quelle: Elisabeth Kübler-Ross: „On death and dying“; 1969, New York: The Macmillan Company

Palliativnetz Westfalen

Der Kern dieses Modells aus Westfalen ist die gemeinsame Versorgung der Patienten durch niedergelassene Haus- und Fachärzte und palliativemedizinisiche Konsiliardienste (PKD). Die Hausärzte spielen eine zentrale Rolle: Sie stehen bei der Versorgung an erster Stelle und entscheiden darüber, wie lange sie ihre schwerstkranken Patienten alleine betreuen und ab wann der PKD hingezogen wird. Die Patienten wiederum erhalten eine Notfall-Telefonnummer für Krisensituationen. Sollte der Hausarzt nicht erreichbar sein, können sie hierüber einen Palliativmediziner des PKD kontaktieren, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Durch dieses System können Einweisungen in Kliniken oftmals vermieden werden.

Bei den Koordinatoren fließen schließlich alle Fäden zusammen. In Zusammenarbeit mit dem Hausarzt erstellen sie ein maßgeschneidertes Versorgungskonzept, ausgerichtet an den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Sie informieren über die verschiedenen Pflegedienste, ambulante Hospizdienste, psycho-soziale Unterstützung, Patientenverfügung sowie die Beschaffung von Hilfsmitteln für die Pflege.

Grundlage für das Modell ist ein Palliativvertrag, den die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe und die Krankenkassen 2011 miteinander abgeschlossen haben. Kern des Ganzen ist die gemeinsame Versorgung der Patienten durch ihre vertrauten Haus- und Fachärzte sowie palliativmedizinische Konsiliardienste. Dabei gibt es keine Zugangshürden für die Hausärzte. Die Anforderungen für die PKD sind hingegen erhöht worden.

Bewusst wurde darauf verzichtet, einen Vertrag zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) abzuschließen. Hierfür gab es viel Kritik. Inzwischen konnte das Modell jedoch viele Kritiker überzeugen, denn es scheint gelungen zu sein, auf hohem Niveau ein flächendeckendes Angebot zur ambulanten palliativen Versorgung zu bieten.

Links:

Berufsverband der Palliativmediziner in Westfalen-Lippe
http://www.bv-palliativmediziner.de/

Ärztezeitung: Westfalen-Lippe prescht bei Behandlung Schwerstkranker voran
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/663945/westfalen-lippe-prescht-behandlung-schwerstkranker-voran.html

Palliativteams vor Ort

Vielen Patienten ist es ein großes Bedürfnis ihre letzte Lebenszeit im heimischen Umfeld zu verbringen. Um dies sicherzustellen gibt es Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgungs Teams (SAPV).

Ein Team bestehend aus Haus- und Fachärzten, Pflege- und Hospizdiensten und den anliegenden Krankenhäusern übernimmt die Koordination, entwickelt Strategien, berät und stellt eine rund um die Uhr aktive Bereitschaft für Notfallsituationen zur Verfügung.

Die Entscheidungen werden dabei im Einvernehmen mit den Patienten, Angehörigen und Kooperationspartner getroffen. Eine möglichst sorgen- und schmerzfreie Zeit im heimischen Umfeld soll den sterbenden Menschen dadurch ermöglicht werden.

Im Folgenden sind Palliativteams aus der Region aufgelistet:

Palliativteam Hanau
http://www.palliativteam-hanau.de/

Ambulantes Palliativ-Team Wetterau
http://www.gz-w.de/stationaere-versorgung/palliativmedizin/ambulantes-palliativ-team-sapv.html

Ambulante Palliativ Versorgung des Universitätsklinikums Gießen (für Schotten)
http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_hon/15574.html

Palliativ Netz Osthessen
http://www.palliativnetz-osthessen.de/

Hospiz

Ein Hospiz ist eine Einrichtung der Sterbebegleitung, in denen nicht viele Patienten liegen und eine Krankenhausatmosphäre vermieden wird.  Es eine stationäre Pflegeeinrichtung in der unheilbare Kranke ihre letzte Lebensphase möglichst Sorgen und Schmerzfrei im Sinne des Palliativ Care verbringen können. Die WHO definiert Palliative Care folgendermaßen:“… ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und deren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen: durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“

Im Hospiz erhalten Sterbende und ihre Angehörige Begleitung, Beratung und medizinisch-pflegerische Versorgung wie bei einem ambulanten Team, nur das die Patienten in einem dafür ausgelegten Haus und nicht zu Hause die letzte Zeit verbringen. Der Wille und die Geborgenheit des Patienten stehen dabei immer an erster Stelle.

Hospiz Louise de Marillac - Hanau

http://www.hospiz-louise-hanau.de/

 

Quelle: http://www.who.int/cancer/palliative/definition/en/

Ehrenamtliche Hospizdienste

Neben den hauptamtlichen Hospiz – und Palliativteams, werden auch von Menschen für Menschen ehrenamtliche Dienste angeboten. Ehrenamtliche Helfer aus allen Berufsgruppen, Altersklassen und Konfessionen bieten ihre Hilfe an, um dem unheilbar kranken Menschen bis zu Letzt ein würdevolles und erfülltes Leben ermöglichen. Mit Zeit, Aufmerksamkeit, Wissen und Einfühlvermögen möchten sie die Begegnung mit schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen füllen.

Die Angebote werden zu den hauptamtlichen Diensten als Zusatzangebot betrachtet und sind durch die Ehrenamtlichkeit kostenfrei. 

Hospizhilfe Wetterau e. V.

www.hospizhilfe-wetterau.de

Hospizdienst Wetterau RG der IGSL e.V.

www.hospizdienst-wetterau.de

Hospizhilfe Büdinger Land e. V.

Telefon:06043-1730

Email:bernd@harnier.com

Lebensbegleitung Hospizhilfe Schotten-Nidda e. V.

dekanat-schotten.de/pages/hospizhilfe.php

Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst (AGH)

http://www.hospizdienst-hanau.de

Hospizgruppe "Leben bis zuletzt" Ambulanter Hospizdienst der Martin-Luther-Stiftung

hospizgruppe.hib@mls-schluechtern.de

Hospizgruppe "Leben bis zuletzt" Ambulanter Hospizdienst der Martin-Luther-Stiftung

hospizgruppe@mls-hanau.de

Hospizgruppe Lichtbogen Träger: Ev. Kirche Wächtersbach

Helga.Vaeth@gmx.de

Katholische Klinikseelsorge Klinikum Hanau

http://www.klinikseelsorgehanau.de